Praktikum beim MdL? Geht! Hier ein Bericht von Marlon Husmann.

Praktikum bei Stefan Weber MdL im Schleswig-Holsteinischen Landtag 07.06-25.06.2021

 

Drei Wochen Praktikum im Landtag bei Stefan Weber, SPD-Abgeordneter aus dem Wahlkreis Segeberg-West– eine großartige Chance, Landespolitik direkt mitzuerleben. Unmittelbar nach meinen ersten Jahr im Studium der Europawissenschaften an der Universität Maastricht hatte ich die Gelegenheit, das Gelernte in der Praxis zu verfolgen.

Wer sich im Studium intensiv mit der Europäischen Union auseinandersetzt, wird nicht darumkommen, sich mit den politischen Bausteinen Europas zu beschäftigen. Schleswig-Holstein ist durch seine historische Entwicklung – Keimzelle der Hanse, deutsch-dänischer Konflikt – besonders interessant für die europäische Geschichte. Gerade der Schleswig-Holsteinische Landtag verkörpert diese wechselhafte Geschichte wie nur wenige andere Institutionen. Sei es durch den politischen Sonderstatus des SSW oder durch Schleswig-Holsteins Engagement im Ostseeraum, es gibt viele Gründe, sich genauer mit Deutschlands nördlichstem Bundesland auseinander zu setzen. In den vergangenen drei Wochen hatte ich die Möglichkeit, den Landtagsabgeordneten Stefan Weber (SPD) durch seinen politischen Alltag zu begleiten. Zentral war dabei für mich, über die Funktion der Demokratie in Schleswig-Holstein zu lernen und in dem Kontext der Herausforderungen unsere Zeit zu betrachten. Dazu gehören vor allem die Bewältigung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Covid-19 Pandemie und die Eindämmung des Klimawandels. Aber auch andere zentrale Themenbereiche kamen nicht zu kurz, wie etwa die Reform der Bildungspolitik und die Debatte um die Reduzierung der Dispozinsen.

Von den vielen Dingen, die ich bei Stefan Weber gelernt habe, möchte ich meine Top Drei präsentieren. Als erstes ist mir aufgefallen, wie positiv ausgeprägt die Kooperation der demokratischen Parteien gegen die undemokratischen Strömungen im Parlament ist. Sei es durch den Landtagspräsidenten Klaus Schlie (CDU) oder durch die Beiträge von Ralf Stegner (SPD), jedem Beobachter wird schnell klar, dass die Parteidifferenzen für den Schutz der Demokratie beiseitegelegt werden. Zum zweiten habe ich durch das Verfolgen der Parlamentsdebatten viel über die genauen Unterschiede zwischen den Parteien gelernt. Es lohnt sich die Zeit zu nehmen, um von der Empore des Landtages nicht nur den Ausblick auf die Kieler Förde zu genießen, sondern auch Einblicke zu erhalten wo genau die Unterschiede zwischen den Parteien verlaufen. Selbstverständlich spielen die Gemeinsamkeiten eine gleichbedeutende Rolle, genauso wie die Fähigkeit, Politik kompromissfähig zu machen. Dies gilt insbesondere für die recht bunte Regierungskoalition bestehend aus CDU, den Grünen und der FDP. Und drittens habe ich gelernt, wie wichtig der Input von Zivilgesellschaften wie zum Beispiel den Naturfreunden und der Bürger und Bürgerinnen ist, um ein funktionierendes Parlament zu haben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich eine sehr informative Zeit bei Stefan Weber und der SPD Fraktion im Landtag hatte, was ich sehr zu schätzen weiß. Ich kann zu guter Letzt jeden und jede aufmuntern, sich eine Landtagsdebatte live anzuschauen. Am 8. Mai im nächsten Jahr werden Landtagswahlen stattfinden. Bis dahin wird es sehr interessant werden, welche demokratischen Ansätze von den Parteien präsentiert werden, um den Herausforderungen unserer Zeit entgegen zu treten.