Besuch bei der Tafel in Kaltenkirchen

Anlässlich des Internationalen Tags des Bewusstseins für Nahrungsmittelverlust und -verschwendung am 29. September 2020 erfolgte am 28.09.20 ein Besuch bei der Tafel in Kaltenkirchen. Die Vereinten Nationen haben den Tag ausgerufen, um auf die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen. Damit soll auch das Ziel 12.3 der Agenda 2030, die weltweite Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, gestärkt werden.

In einem Gespräch mit der 1.Vorsitzenden Frau Röttger und der 2. Vorsitzenden Frau Beese wurden das Verbot des Containerns, die Verantwortung von Herstellern und Verbrauchern für die Verschwendung großer Lebensmittelmengen beispielsweise wegen der strengen Regelung des Haltbarkeitsdatums, strenge Regelungen wie Gemüse auszusehen hat und eventuell zu große Diversität bei Produkten besprochen.

Bundesweit landen jährlich pro Einwohnerin und Einwohner 85 kg Lebensmittel in der Mülltonne. So eine aktuelle Studie des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Das entspricht pro Kopf 235€ jährlich, Deutschlandweit im Jahr 20 Milliarden Euro.

Die Tafel Kaltenkirchen wurde vor 22 Jahren gegründet und hat ca. 100 Mitglieder. Im Gegensatz zu vielen anderen Tafeln, die zur Caritas, DRK oder anderen Organisationen gehören, organisiert sich die Tafel in Kaltenkirchen als ehrenamtlich geführter gemeinnütziger Verein. Sie bekommt von ca. 20 Anlaufstellen in der Region ausreichend Lebensmittel gespendet. Fleisch stellt aus Haltbarkeitsgründen eher eine Mangelware dar.

Ein Problem für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen stellt zum einen der Mangel an Schulungen dar wie beispielsweise Arbeitsschutzschulungen oder Datenschutzschulungen. Wünschenswert wäre eine Stellen an der ehrenamtliche Mitarbeiter sich Rat holen könnten.

Auch der Landtag hat sich in seiner Septembersitzung wieder mit dem Thema Lebensmittelverschwendung beschäftigt. Am zweiten Sitzungstag wurden intensiv der Antrag des SSW -Containern legalisieren-Drs.: 19/2386 und der Alternativantrag der Jamaikakoalition -Lebensmittelverschwendung wirksam bekämpfen-Drs.: 19/2446 diskutiert und zur weiteren Beratung an den Innen.- und Rechtsausschuss und den Umwelt und Agraausschuss überwiesen.